Brauchtum im Odenwald

 
 



Weihnachtsbäumchen für Wald- und Wiesenkinder

 
 

Erlebnis:
Die jüngsten „Naturagendten“ aus Fürth entdecken den Wald an der Wegscheide

08.12.2008
im Starkenburger Echo
von Brigitta Schilk


FÜRTH.
Der seit dem frühen Morgen anhaltende Dauerregen zusammen mit der winterlichen Kälte schreckte einige Eltern und Kinder ab, am Dienstagnachmittag zur Veranstaltung der „Naturagendten“ am Naturparkplatz Wegscheide zu kommen: Förster Jens-Uwe Eder hatte die Wald- und Wiesenkinder sowie Kinder aus den Kindergärten zu einer Waldentdeckungsreise eingeladen.
Sechs forsche Wald- und Wiesenkinder – Celina, Jan, Lars, Nick, Nicklas und Sabrina – trafen sich bei den Leiterinnen Annette Probst, Karin Grieser und deren Tochter Eva. Sie hatten allerlei Ausrüstung für die kleine Wanderung im leicht verschneiten Wald dabei. Eine Überraschung war es, dass auch die Märchenerzählerin Silay aus Bonsweiher die Kinder begleitete.

Bereits nach wenigen Schritten gab es die ersten Spuren zu entdecken und zu entziffern. Fragen über Fragen stürmten auf die Kleinen ein: Waren das Maulwurfshügel im Wald – oder welches Tier gräbt noch solche Hügel? Karin Grieser machte die Kinder auf eine kleine Schneise aufmerksam und wollte wissen, was das wohl sein könnte: Sie erntete Staunen, als sie erzählte, dass hier die Kinder vor zwanzig Jahren eine Schlittenbahn gebaut hatten und jeden Schnee nutzen, um dort zu fahren.

Vorbei an Wildwechseln führte die Kinder der Weg, bis sie eine sehr alte Köhlerplatte entdeckten. Sie wühlten mit ihren Fingern tief in der Erde, um Kohlereste als Beweis zu finden. Nach dem flotten „Namensspiel“, bei dem sich alle mit ihrem Namen und einer Bewegung vorstellten, ging es bergauf, bis die Kinder geradezu über einen Fuchsbau und einen Dachsbau stolperten.
Zur Erwärmung reichte Annette Probst den Kindern heißen Kirschsaft und zur Stärkung Lebkuchen. Silay erzählte passend zur Umgebung das Märchen „Die kleine schlaue Kröte“: Eine kleine Eidechse nimmt darin die Behausung des Hasen in Besitz und tritt ihm als furchtloser Krieger gegenüber. Alle seine Freunde – Fuchs, Wolf, Wildschwein und Bär – können das Ungeheuer nicht aus seiner Behausung verjagen, weil sie sich selbst fürchten. Allein die Kröte ist schlau genug, um dem Hasen zu helfen.

Nach der kräftigenden Pause stapften die Kinder weiter durch den Wald. Am Horizont war der Zauber von rosa-orangem Abendrot zu sehen. Probst beschrieb den Kindern, dass jetzt das Christkind den Backofen anheize, um die vielen Plätzchen zu backen. An einer lichten Stelle mit unzähligen kleinen Fichten und Föhren las Grieser die Geschichte vom allerkleinsten Tannenbaum vor: Die Kinder konnten es danach kaum mehr erwarten, sich selbst einen kleinen Baum für ihr Kinderzimmer auszusuchen. Grieser oder Probst halfen ihnen dann, den Baum zu sägen. Bevor die Dämmerung einsetzte, zogen die Kinder stolz mit ihren Bäumchen von dannen.
Die Wald- und Wiesenkinder sind die jüngste Gruppe der „Naturagendten“ in Krumbach. Die Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren treffen sich am ersten Dienstag im Monat, erleben sich selbst in der Natur und entdecken diese.

Die nächstältere Gruppe, die Streuobstwiesenkinder, sind mindestens sieben Jahre alt und lernen die Arbeiten auf einer Streuobstwiese kennen: Sie schneiden, sägen, pflanzen und ernten mit. Die „Naturagendten“ hatten auf dem Fürther Weihnachtsmarkt einen Stand.

 
 



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